Es ist noch nicht Zeit für das Jahr 2020 Revue passieren zu lassen. Doch dieses Jahr hat es für mich persönlich in sich. Es ist spannend zu beobachten, was auf der Welt alles geschieht, wie die Menschen um mich auf herausfordernde und für mich sehr aufschlussreichen Zeiten reagieren und mit diesen Situationen umgehen. Es ist auch für mich eine herausfordernde, aber doch eine sehr spannende Zeit. Seit ich meine Feinfühligkeit jeden Tag etwas mehr zulasse und mich meiner Sensibilität hingebe, nehme ich noch viel mehr wahr als früher. Sowohl im Innen als auch im Aussen. Und ganz ehrlich, am Anfang war es für mich eine echte Herausforderung. Denn ich wehrte mich immer wieder dagegen und es wurde jeden Tag anstrengender.

In den letzten Monaten merkte ich immer wieder, dass es Dinge in meinem Leben gibt, die verändert werden möchten. Sei es alte Glaubenssätze oder übernommene Muster. Ja, auch zeigten es sich immer wieder, dass gewisse Entscheidungen in meinem Leben längstens überfällig sind. Doch ich wollte nicht hinschauen und so wurde es für mich immer unangenehmer. Dies führte dazu, dass ich immer unzufriedener wurde und meine Verantwortung ab gab (ich wollte dem Leben nicht antworten – der Gedanke, Dinge, Menschen und Situationen loszulassen, schmerze zu fest). Dies äusserte sich auf der Arbeit, bei meiner Familie, Freunde, es wurde stressiger, an meinen körperlichen Beschwerden, ja sogar die Aufschieberitis machte sich bemerkbar, ich hatte plötzlich keine Zeit mehr für mein Herzensprojekt. Auch wenn ich weiss, dass dies nicht der richtige Weg war, hatte ich mir doch selbst eingeredet, dass es mir besser ginge, wenn ich Schuldige für meine Unzufriedenheit habe.

Jetzt reicht es – ich habe genug.
Auf meinen Julipost erhielt ich ganz viele tröstende Worte, Worte die mich zum Nachdenken anregte. Wollte ich mit meinen Worten Mitleid erhalten? Nein eigentlich nicht! Ich will Dich mit meine Worten berühren und inspirieren. Dich motivieren einmal hinzuschauen, auch wenn es schmerzhaft sein kann. Doch irgendwie hatte ich den Eindruck, dass ich die Abzweigung verpasst habe – ich war auf einem anderen Weg. Ich hatte es plötzlich satt Mitleid zu erhalten oder den Eindruck zu erwecken, dass ich nicht vorwärts komme. Dabei stellte ich mir die Frage, sind es wirklich die Gedanken der Leserinnen oder sind es meine Gedanken. Durch einen Austausch mit meinem Businesscoach wurde mir bewusst, dass ich keine Anleitungen für mein Business oder im übertragenen Sinn für mein Leben brauche – denn ich weiss bereits schon viel und kann mir in vielen Situationen selbst helfen. ABER der springende Punkt ist, dass ich mir selbst immer wieder im Weg stehe, mir selbst nicht erlaube zu erkennen wer ich mich bin und zu anerkennen, was ich in meinen 31 Jahren auf dieser wunderschönen Erde bereits alles geschafft, erlebt und bewegt habe. Ausserdem ist es ein wahnsinnig egoistischer Gedanke, meine Mitmenschen für meine Unzufriedenheit verantwortlich zu machen.

Dankbarkeit und Leichtigkeit.
Ich bin wahnsinnig dankbar, für diese Erkenntnisse und machte mir danach viele Gedanken, was dies für mich genau bedeutet: Im ersten Augenblick hatte ich das Gefühl meinen Blog in dieser Form nicht mehr zu führen. Doch ganz ehrlich, warum denn auch nicht! Schliesslich bin ich dieser Blog, so wie ich denke, fühle und liebe. Und das ist absolut in Ordnung. Denn es gibt mir die Möglichkeit mir selbst näher zukommen, zu erkennen, welche Fortschritte ich gemacht habe, welche Themen sich wiederholen und ich angehen darf. Dazu gebe ich anderen Menschen die Möglichkeit mich auf eine andere Art kennen zu lernen und vielleicht, Dinge für sich mitzunehmen, die ihnen im Alltag helfen.

Ja, ich bin nun bereit Entscheidungen zu treffen und dem Leben zu antworten – ich bin bereit die Verantwortung über mein Leben zu übernehmen,  auch wenn es unter Umständen schmerzhafte Entscheidungen mit sich bringt. So gehörte es dazu, dass ich einem geliebten Herzensmenschen stopp sagte. Ich liebe diesen Menschen ungemein, denn diese Person ist ein wirklicher Herzensmensch, und umso schwerer war es für mich, mich zu öffnen und mitzuteilen, dass ich ein solches Verhalten – auch wenn es nicht böse gemeint ist – nicht mehr tolerieren und akzeptieren kann. Und sich unsere Wege trennen, wenn es sich nicht umgehend ändert. Ich stiess auf grossen Widerstand und ich wusste genau, dass es jetzt Zeit war für mich einzustehen. Das Gespräch endete nicht wie gewünscht, doch es war völlig in Ordnung. Denn ich war stolz auf mich. Ich setzte mich das erste Mal  für mich bei einem Herzensmenschen ein, obwohl ich Angst hatte, diesen Menschen zu verlieren. Wie es weitergeht kann ich aktuell nicht beurteilen, doch die Zeit wird mir die gewünschte Antwort zeigen.

Das wichtige ist, dass ich aus dieser Erfahrung so viel Kraft und Energie schöpfen kann und merke, wie ich bereit bin meinem Leben mit mehr Dankbarkeit und Leichtigkeit zu begegnen. Ich verstehe nun besser, was es heisst für mein Leben die Verantwortung zu übernehmen und gehe jeden Tag mehr auf diese Dankbarkeit und Leichtigkeit entgegen.

Seit diesem Mindset eröffnen sich ganz neue Türen, ich lerne neue Menschen kennen, werde mehr auf mein Herzensprojekt angesprochen, Menschen interessieren sich dafür und ich habe wieder mehr Spass an meiner Anstellung – bedeutet nicht, dass ich nicht in die vollständige Selbstständigkeit gehen will ;o) – und Freude an den kleinen Dinge im Leben.

Was kannst du für dich aus diesem Monatsrückblick nehmen? Ich freue mich, wenn du deine Gedanken, in einem Kommentar, mit mir teilst.