Wenn ich in mich hinein gehe und meine Innenwelt versuche zu definieren, fallen mir nicht die richtigen Worte ein. Denn auf der einen Seite, wenn ich mir bewusst werde wie ich mich in den vergangen 1.5 Jahre persönlich entwickelt habe und sich meine Sichtweise auf das Leben verändert haben, erfüllt es mich mit unendlicher Dankbarkeit und stolz. Es wächst in mir das Vertrauen, dass ich mich auf dem „richtigen“ Weg befinde. Oder zumindest denke ich es.

Doch auf der anderen Seite, wenn ich tiefer in mich hineinspüre, schnürt es mir immer wieder die Luft weg und dieser Druck in meinem Brustbereich ist wieder da. Meine Magengrube zieht sich zusammen. Und sofort ist dieses eigenartige Gefühl wieder da. Ein Gefühl der Traurigkeit, des Unwohlseins und der Frustration. In den letzten Monaten bin ich diesem Gefühl immer wieder aus dem Weg gegangen und habe mich, indem ich vermehrt im Aussen war, abgelenkt. Und ich frage mich jetzt, bin ich wirklich auf dem „richtigen“ Weg oder bilde ich es mir nur ein?

Erst als ich mich mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung auseinander gesetzt habe, erfuhr ich, dass mir das Universum immer wieder die gleichen Situationen sendet bis ich meine Einstellung oder die Sichtweise darauf ändere. Denn alles was uns triggert, sei es Begebenheiten oder Menschen will uns zeigen, dass noch ein Schmerz vorhanden ist. Bis vor einigen Wochen war ich der festen Überzeugung, vor allem als ich den Blog über meine Haare geschrieben habe, dass ich nun das gröbste überwunden habe.

Das Universum ist aber anderer Meinung. Es zeigt mir in den letzten zwei Wochen klar und deutlich – so nehme ich es jedenfalls bewusst wahr – dass ich mit gewissen Themen noch nicht durch bin. Dies merke ich anhand meiner innerlichen Unruhe, dem Gedankenkarussell und auch auf der körperlichen Ebene: Ich habe vermehrt Haarausfall, der Hautausschlag ist zurück und zwar noch heftiger als vor ein paar Monaten und neuerdings habe ich auch Knieschmerzen. Durch die vielen Bücher die ich jetzt gelesen habe, weiss ich, dass sich Themen , früher oder später, auf der körperlichen Ebene bemerkbar macht, wenn die Zeichen nicht wahrgenommen werden. Es ist ein liebevoller Zwang sich mit „ungemütlichen“ Themen bewusst auseinanderzusetzen.

Da ich mich seit einigen Monaten vegetrisch und zu gut 90% rein pflanzlich ernähre, kam ich auf die Schnappsidee meine Blutwerte überprüfen zu lassen. Wieder eine Kopfsache, denn intuitiv wusste ich, dass es andere Themen sind. Und so sprachen auch die Resultate der Bluttests für sich. Meine Ärztin meinte, alles sieht topp aus und ich solle so weiter machen. Mein Kopf war enttäuscht und so muss ich mich wohl oder üblem mit der Frage auseinandersetzten, was mir diese körperlichen Anzeichen sagen möchten. Aus dem Buch „Heile deine wunden Punkte“ von Kurt Tupperwein erfahre ich folgendes:

Botschaft – was dir das Leben sagen will

Die wunder Punkt-Insuffizienz

Festgefahrene Konzepte umwandeln – was ich mir selbst sage

Haarausfall

Lebe im Gleichmut! Alles ist gleichwertig und bedarf derselben Aufmerksamkeit. Finde Frieden in dir.

Lebenskraft fehlt oder es wird zu viel in ein Thema investiert (Job, Familie, etc.)

Ich nehme alles liebevoll an und freue mich auf das, was kommt oder auch nicht kommen wird.

Hautausschlag

Geh auf Menschen zu und lege deine Vorurteile ab. Niemand ist so, wie du glaubst. Es sind nur deine Gedanken, die dich das glauben lassen.

Kontaktschwierigkeiten, Probleme mit Nähe, grenzt sich ab, Weltflucht

Alle Menschen sind mir wohlgesinnt, weil ich ihnen wohlgesinnt bin. Ich gebe ihnen die Chance, mich kennenzulernen, und lasse Nähe zu.

Knieprobleme

Je stärker der Wille, umso geschwächter wird sich die Lebenssituation zeigen. Schwimme mit dem Leben und nicht dagegen. Gib dich hin und vertraue.

Wenn die Beweglichkeit fehlt, starr und unbeugsam, starrer Wille und grosses Durchsetzungsvermögen

Ich bin bereit, mich dem Lebensfluss zu übergeben, und fliesse mit ihm in dieselbe Richtung, ohne dagegenzusteuern. Ich öffne mein Herz und nehme Veränderung dankbar an.

Fragen die sich für mich daraus ergeben sind:

  • Warum fehlt mir die Lebenskraft? Worauf konzertiere ich mich immer oder wo fliesst meine Energie hin?
  • Warum lasse ich Nähe nicht zu und baue eine Mauer um mich, sobald ich neue Menschen kennenlerne?
  • Will ich etwas was mir eigentlich gar nicht gut tut? Lebe ich nicht das Leben, was ich für mich wünsche?

Vor zwei Wochen habe ich mich für den neuen Onlinekurs „Löwenherz“ von Laura Malina Seiler angemeldet. In diesem Kurs geht es um die Vergebung, dazu lehrt sie mir das traditionelle Hawaiianische Verfahren zur Aussöhnung und Vergebung. Ho’oponopono bedeutet „in Ordnung bringen“.  Ehrlichweise war mein Kopf etwas skeptisch, denn mein Ego war der Meinung, dass ich nicht nochmals Geld in etwas investieren soll, dass ich nicht gebrauche. Doch mein Herz sehnte sich danach. Und kaum habe ich mit dem Kurs angefangen, wurde mir klar, warum ich mich angemeldet habe, warum mein Herz diesen Kurs machen wollte.

In der Meditation der Selbstvergebung begegneten mir so viele Bilder und Situationen, die ich seit Monaten, Jahren und ja sogar seit Jahrzenten in mir trage. Situationen in denen ich andere Menschen und ich mich selbst verletzt und ich mir bis heute nicht verziehen habe. Vielleicht sind die Menschen die ich verletzt habe schon längstens darüber hinweg, doch sie haben immer noch die Kontrolle über mich und beeinflussen mich im Unterbewusst sein und schlussendlich meinen Alltag. Die Traurigkeit überrennt mich jedoch ganz klar in den Situationen, wo ich mich selbst verletzt habe. Situationen in denen mir mein Gefühl, mein Herz sagte, dass es nicht richtig sei und ich es trotzdem gemacht habe. Aus Angst nicht gemocht zu werden. Doch warum brauche ich die Liebe und die Anerkennung von Aussen? Meine liebe Freundin sagte diese Woche zu mir „Komplimente sollen dich in deinem Gefühl, dass du toll bist bestärken und nicht die Bestätigung geben“. Was meint sie mit diesen Worten? Das ich mich selbst lieben und anerkennen soll.

Es macht mich wirklich traurig, dass ich trotz diesen vielen positiven Veränderungen noch nicht an diesem Punkt bin, wo ich mir selbst diese Liebe, Geborgenheit und Anerkennung geben kann. Und ich immer wieder zu viel von mir selbst Fordere. Mir wurde letztes Wochenende und auch diese Woche bewusst, dass ich meinen Garten aufgeräumt habe, doch es jetzt an der Zeit ist tiefer zu graben. Denn ich weiss, dass es ein Thema ist, dass tief in mir verankert ist. Darum hole ich mir professionelle Hilfe, denn ich habe es verdient glücklich zu sein und mir diese Freiheit zu geben, die ich mir eigentlich aus tiefsten Herzen für mich wünsche.

Doch der erste Schritt den es zu machen gibt, ist mir selbst zu vergeben.