Hmmm, wenn es himmlisch nach einem Käsefondue, frischen Rühreier oder einem Rindstatar duftet, muss ich ehrlicherweise sagen, läuft mir das Mund im Wasser zusammen und es „glustet“ mich richtig, doch ich esse nicht mehr alles…

3. Juni 2018.
Ein Kollegenpärchen und ein lieber Kolleg waren bei mir zu besuch. Was ich weiss ist, dass wir sicherlich Fleisch an diesem Abend gegessen haben, denn unser lieber Kolleg war ein kleiner „Fleischmoudi“, doch was wir alle nicht wussten war, dass wir uns nach diesem Abend entscheiden werden kein Fleisch mehr zu essen.
 
Wie kam es dazu? Nach dem wir gut gegessen hatte, machten wir es uns auf dem Sofa gemütlich und zapten uns durchs TV-Programm. Wie oftmals konnten wir uns nicht wirklich einigen was wir schauen wollten, so schlug der kleine „Fleischmoudi“ vor eine Dokumentation auf Netflix zu schauen. Der Name der Doku war „What the Health“.
 
Bei der Doku ging es darum den Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes und Krebs auf den Grund zu gehen, denn ein wesentlicher Teil soll die Ernährung dazu beitragen. Dabei stehen verarbeitetes Fleisch, rotes Fleisch, Eier, Fisch und Milchprodukte im Visier.
 
Auch im Bewusstsein, dass der Film in Amerika gedreht wurde und es dort sicherlich ein viel grösseres Ausmass hat als in der Schweiz, konnte ich mich mit diesen Bilder nicht anfreunden, ich hinterfragte meine Einstellung zur Ernährung und auch zur Tierhaltung. Für mich war nach diesem Abend klar, dass ich keinen Bissen Fleisch mehr esse. So sahen es auch die anderen drei.
 
Wie es vor dem 3. Juni 2018 war.
Nach ein paar Wochen wurde mir bewusst, weshalb ich schon vor dieser Doku nicht viel Fleisch gegessen hatte. Denn jedes Mal, wenn ich vor einem Stück Fleisch sass, es mit einem Tier in Verbindung brachte, „lüpfte“ es mich beinahe und konnte das Fleisch fast nicht mehr essen. So war ich nicht wirklich ehrlich zu mir selbst, verdrängte diese Gedanken immer wieder aufs Neue und so war es dann möglich Fleisch zu essen. Anders war es mit den Milchprodukten, bis vor der Doku hatte ich mich nicht wirklich mit diesem Thema auseinandergesetzt, vielleicht wollte ich dies gar nicht, weil ich alle Milchprodukte, von einem Glas Milch mit etwas Schokolade bis hin zum Käsefondue oder Raclette, mag.
 
Zukunft.
Ich esse seit acht Monaten kein Fleisch mehr und ass seit diesem Zeitpunkt auch kein Fisch oder Meeresfrüchte. Zuhause verzichte ich völlig auf Milchprodukte. Auswärts ist dies jedoch schon etwas schwieriger. Einerseits gibt es in den Bern nur wenige Restaurants, die vegane Gerichte anbieten und anderseits möchte ich mich nicht völlig von meinem Umfeld, die Fleisch essen, distanzieren und habe so für mich entschieden, dass es völlig in Ordnung ist, wenn ich auswärts vegetarische Gerichte nehme . Aus diesem Grund bezeichne ich mich als „Halbveganerin“.
 
Wie es mir dabei geht? Es geht mir wunderbar und ich habe gemerkt, dass ich sehr gut ohne Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Milchprodukte leben kann. Ich fühle mich körperlich fit und ich habe seit ich wieder vier bis fünf Mal die Woche Sport mache viel mehr Energie und keine Mangel. Ich habe mich für mich entschieden auf tierische Produkte auch zukünftig so gut wie möglich zu verzichten, weil ich in den letzten Monaten erleben durfte wie gut es mir dabei geht.
 
Ich habe mich auch gefragt wie ich es denn im Ausland machen möchte – ich habe seit 1.5 Jahren nicht mehr im Ausland Ferien gemacht. Da ich in meinen Ferien das fremde Land kennen lernen möchte, bedingt dies für mich auch es auf die kulinarische Weise zu erleben, aus diesem Grund kann ich es mir durchaus vorstellten im Ausland einmal etwas Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte zu probieren. Ob ich es jedoch wirklich übers Herz bringe und mich auch wirklich „glustet“ kann ich heute nicht sagen. Ich lasse mich überraschen.
 
Was ich noch sagen will.
Ich wollte schon seit längerer Zeit einen Artikel darüber schreiben, habe es jedoch immer wieder vor mich her geschoben, bis ich einen coolen Austausch via Instagram mit einer jungen Frau hatte.
 
Mit diesem Blogartikel will ich euch nicht zum Veganismus bringen. Denn jeder einzelne von uns muss für sich selbst bestimmten, ob er seinem Körper und seinem Geist etwas Gutes will oder nicht und was er braucht oder eben nicht ;o)